Gerhard und Evelyn Knecht
Was ist ein Spielmobil
Das Spielmobil bringt Spielideen auf Achse
Spiel+Mobil
Es ist ein mit Spielmaterial ausgestattetes Kraftfahrzeug, manchmal auch Anhänger oder Bauwagen, das zu bestimmten Zeiten, Plätze, Grünflächen, Spielplätze, Schulen usw. anfährt, um dort als Ergänzung oder Ersatz für Spielmöglichkeiten, Spielangebote bereit stellt. Die Betreuung und Organisation übernehmen Spielpädagogen.
Spielen für uns in München heißt:
- Erfahrungen machen mit Personen, Materialien, Räumen, Zeiten und Programmen.
- Verhalten erproben und Wirkungen auf die Umwelt kennenlernen.
- Zusammenhänge dabei erkennen und begreifen.
- Orientierung verschaffen und Einstellungen gewinnen.
Spielen ist somit keine "Spielerei", sondern leistet einen wichtigen Beitrag für die Sozialisation der Kinder. Spielen fordert den Menschen in seiner ganzen Person. Flexibles, spontanes kreatives und verantwortungsvolles Handeln wird durch Spiel ermöglicht. Spielende erfahren ihre Umwelt vor allem in tätigen Umgang mit Sachen und Personen. Sie sind neugierig, wollen ausprobieren, entdecken. Sie schlüpfen dabei in Rollen, gestalten eigene Spielwelten, wenn man sie läßt und ihnen dafür Raum, Zeit, Material, Anregungen und Partner zur Verfügung stellt.
Dies sind fünf wesentliche Punkte der Spielbusarbeit:
- Material: Vielseitiges Material und Gegenstände laden zum Experimentieren und Ausprobieren ein. Hierzu gehört unserer Meinung nach auch der Computer und das Internet.
- Zeit: Jeder, der mitspielt, bestimmt, wie lange er sich beteiligen mag. Die Lust am Mittun steht im Vordergrund und nicht das Einhalten von festgelegten Lern- oder Kurszeiten.
- Partner: Menschen, die etwas können und ihr „know how“ den Spielenden zur Verfügung stellen.w
- Programme: Anregungen durch Inszenierung und Einbringen von interessanten Inhalten erweitert die Spielmöglichkeiten der Kinder.
- Raum: Spielmobile nutzen vor allem öffentliche Räume: Spielplätze, Freizeitstätten, Schulhöfe, Strassen, Plätze, Büchereien, Freizeitstätten usw.
Um in unterschiedlichen Räumen tätig sein zu können, ist ein weiteres zentrales Moment die Mobilität.
Mobil bedeutet:
- Mobil mit dem Kopf: Spielmobile bewegen sich auf neue Themen und Fragen aus der Lebenswelt der Kinder zu, sie greifen sie auf und eröffnen damit neue Spielräume. Hierzu gehören auch die digitalen virtuellen Spielmöglichkeiten.
- Aufsuchend und nicht abwartend: Spielmobile gehen dahin, wo die Kinder sind und bieten ihre Anregungen direkt vor Ort an.
Sie sind mit unterschiedlichen Fahrzeugen unterwegs, je nach Programm, Personalausstattung und materieller Ressource. Die Palette reicht vom Fahrrad bis zum Doppeldecker. Hier gilt das Gleiche wie bei den Rechnern: Man sollte sich nur das Fahrzeug anschaffen, was man wirklich braucht.
Spielmobile sind als pädagogische Projekte in der Lebenswelt der Kinder aktiv. Sie sind ein Teil des Sozialisationsfeldes, das Kinder umgibt. Die Lebenswelt der Kinder wird bestimmt von den nicht pädagogischen Welten, die Einfluß auf die Kinder haben wie die gebaute Stadt, die Medien, Institutionen usw. Von pädagogischen Einrichtungen wie Schulen, Kinderhäuser, Freizeitstätten, die stationär sind. Und von den mobilen Aktionisten, die schnell und flexibel Anregungen an fast alle Orte bringen können und spannende Momente im Alltag der Kinder bieten. Und auch diese kurzzeitigen Aktionen haben ihren Einfluß auf die Entwicklung der Kinder.
Aufgabe des Spielpädagogen ist somit neben der konkreten Arbeit mit den Kindern als Vernetzungsagent unterwegs zu sein und zu versuchen, gemeinsam mit den pädagogischen Organisatonen wie auch den anderen Sozialistionsagenturen zusammenzuarbeiten und die Spielmöglichkeiten zu verbessern. Und das heißt die neuen Medien als Teil des Spielraums zu begreifen.
Die Idee der Vernetzung ist im Konzept der Spiellandschaft Stadt enthalten: Alle, die für das Spiel der Kinder von Bedeutung sind, sollen zusammenarbeiten und ihren Beitrag für eine vielfältige Lebenswelt der Kinder leisten.
Wer mehr darüber erfahren möchte, kann sich bei der Spiellandschaft Stadt e.V. das Buch „Auf dem Weg zu einer Spiellandschaft Stadt“ bestellen und wer sich anschauen möchte, wie mobile Arbeit auch den Spielraum im Internet erschließen kann: www.spiellandschaft.de