BAG Spielmobile
Startseite > BAG > Manifest für das Recht der Kinder auf Spiel und freie, selbstbestimmte (...)

Am 20. November 2014 wurde das  Übereinkommen über die Rechte des Kindes, kurz UN-Kinderrechtskonvention, 25 Jahre alt! Pünktlich zu diesem Termin hat die BAG Spielmobile auf ihrer Mitgliederversammlung am 16.11.2014 in Remscheid ein Manifest verabschiedet, welches sich mit dem Recht des Kindes auf Spiel und freie, selbstbestimmte Zeit beschäftigt. Wir rufen alle auf, die mit Kindern arbeiten, die selbst Kinder haben und alle, die Kinder in unserer Gesellschaft unterstützen, das folgende Manifest zu unterschreiben. Setzt Euch mit Aktionen, Projekten und politischer Arbeit für diese Forderungen ein! (Download als pdf)

Manifest für das Recht der Kinder auf Spiel und freie, selbstbestimmte Zeit

Kindheit, als eine eigenständige Lebensphase hat sich mit ungeheurer Geschwindigkeit drastisch verändert. Die damit einhergehenden Folgen und Strukturen rauben den Kindern Zeit und Freiraum zum Spielen in nie da gewesenem Ausmaß!

Seit dem sogenannten PISA- Schock 2001 weht der Wind der Veränderung mächtig durch das Land. Die Schlussfolgerungen der Bildungsdebatte in Deutschland und anderen europäischen Ländern führten dazu, dass sich der Leistungsdruck und die Anforderungen an die Kinder erhöht haben. Gleichzeitig wurde es für Kinder nahezu unmöglich, selbstbestimmt, unbeobachtet und unkontrolliert spielend Zeit zu verbringen.

Wir stellen fest:
In ihrem Streben nach Glück und Freiheit geraten Kinder an immer engere Grenzen. Kindheit wird von Erwachsenen funktionalisiert, rhythmisiert, betreut, verrechtlicht und verregelt. Erwachsene wünschen sich eine Rundum-Betreuung und Sicherheit für ihre Kinder ohne ungewisse Freiräume.
Kinder müssen immer mehr funktionieren. Sie leben in einem hohen Maß in Ganztagsbetreuungen und sind mit schulischen Aufgaben beschäftigt! Sie werden von uns Erwachsenen überschüttet mit gut gemeinten Bildungsprogrammen und wohlwollenden, feinmaschigen Betreuungsangeboten. Wir Erwachsene schaffen für Kinder Bedingungen, in denen das freie, selbstbestimmte Spiel immer weiter zurückgedrängt wird.

Aber Kinder spielen!
Kinder entdecken spielend die Welt, die sie erforschen und sich zu Eigen machen. Sie entwickeln sich spielend in ihrer Persönlichkeit. Sozial und kommunikativ kompetent wollen und können sie selbst bestimmen, eigenen Interessen folgen, mit Neuem experimentieren. Sie bilden sich aus sich heraus stetig weiter. Das geht nur, wenn sie dies auch selbst bestimmen dürfen und ihnen Zeit dafür zugestanden wird.

Kinder müssen spielen!
Alle lebenspraktischen Fähigkeiten können Menschen nur in aktiven und selbstbestimmten Bedingungen und im Spiel entwickeln. Sie müssen alle ihre Sinne ständig nutzen um Zusammenhänge herzustellen. Die dafür benötigten gestaltbaren Spiel- und Naturräume werden jedoch stetig begrenzt und zugunsten vorbestimmter Nutzungsflächen verwandelt. Die Abschaffung bzw. die Funktionalisierung begehbarer Spiel- und Naturräume bewirkt, dass sich die Kinder kaum noch mit Gleichgesinnten verabreden und nur wenig eigenbestimmten, gestalterischen Tätigkeiten nachkommen können. Hingegen wächst unmäßig das konsumierbare Angebot an virtuellen und künstlich erschaffenen Spielwelten, in denen die sinnliche Vielfalt massiv reduziert wird. Die Entwicklung und Ausbildung handwerklicher, kultureller, sozialer und kreativer Fähigkeiten findet immer weniger im spielerischen, eigenbestimmten Tun statt. Die moderne Technik, die Überversorgung und Dauerbetreuung verhindern den selbsttätigen Erwerb lebensnotwendiger Fähigkeiten.

Spiel ist ein elementares Recht!
Spiel ist nicht nur ein Grundbedürfnis von Kindern. Kinder haben ein Recht auf Spiel. Das regelt die UN-Kinderrechtskonvention von 1989, die 1992 in Deutschland in Kraft trat.
Spiel braucht keine Begründung. Spiel ist ein biologisch angelegtes Muster im Menschen. Und zwar das Spiel draußen ohne pädagogische Anleitung durch Erwachsene. Auch Erwachsene spielen, aber Spiel ist ein zentrales Element im Leben und Aufwachsen von Kindern.
In Artikel 31, Absatz 1 heißt es: Die Vertragsstaaten erkennen das Recht des Kindes auf Ruhe und Freizeit an, auf Spiel und altersgemäße aktive Erholung sowie auf freie Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben.
Im SGB 8 §11 wird dieses Recht zusätzlich ausgeführt. Der gesellschaftliche Bildungsauftrag sieht eine gleichberechtigte Förderung von sozialen Kompetenzen, Wissen und geistigen und kulturellen Fähigkeiten vor und schreibt darin dem freien, selbstbestimmten und gestalterischen Spiel eine große Bedeutung zu. Denn Spielen ist Probierverhalten, Erleben und Erfahrung und gleichzeitig Weltaneignung und Wirken in die Welt. Die Qualitäten und die einzigartigen Wirkungen des Spiels sind nachhaltig philosophisch, pädagogisch, geisteswissenschaftlich, bildungswissenschaftlich und neurobiologisch erforscht: Spielen ist lebensnotwendig und ein unveräußerliches elementares Recht!

Wir fordern von allen Erwachsenen in ihren Verantwortungsbereichen:

  • Die umfassende Verwirklichung des Kinderrechtes auf Spiel und Freizeit
  • Eine deutliche Ausweitung bewegungsfreudiger, handwerklicher und kulturell ästhetischer Erfahrungsräume, in denen soziale, kommunikative und lebenspraktische Fähigkeiten erprobt und stabilisiert werden können
  • Mehr Zeit für Kinder, ihrer Entdeckungsfreude nachgehen zu können
  • Mehr Zeit für Kinder, um mit anderen Kindern eigenbestimmt spielen zu können
  • Eine Reduzierung der schulleistungsbezogenen Verpflichtungen für alle Kinder
  • mutig und beharrlich das Recht der Kinder auf Freiheit und Abenteuer zu unterstützen

Alle Kinder wollen spielen, Erwachsene haben ihnen Zeit und Raum dafür zu geben. Wir Erwachsenen bestimmen die Kindheitsbedingungen – wir müssen sie für unsere Kinder im Wert und im Geist der Kinderrechte verändern!

Unterstützen Sie das Manifest
und setzen Sie sich mit uns ein für einen gesellschaftlichen Wandel. Für die Kinder. Für ihr Recht auf Spiel und freie, selbstbestimmte Zeit!

Unterschreiben:

Wenn sie das Manifest unterstützen wollen, können Sie hier unterschreiben. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. sondern nur zur Bestätigung Ihrer Unterschrift verwendet (die Unterschrift wird nur angezeigt, wenn Sie auf den Link in der Bestätigungsmail klicken)

Persönliche Angaben

563 Unterschriften

Datum Name Beruf/Institution Ort
2. Mai Gunther Burfeind Sozialarbeit Kassel
26. März Lüscher Philipp Spielmobiler Zürich/Schweiz
16. März Katharina Gingele Sozialpädagogin bei der Stadt Regensburg Regensburg
7. März Birgit Lang Kulturpädagogin M.A. Hilpoltstein
2. März Sandra Selt Pädagogin M.A. KA
15. Februar Anna Bauregger Spielen in der Stadt e.V. München
19. Januar Rebecca Lena Drick Integrationsbegleitung für Flüchtlingskinder / Comenius-Schule Flensburg Flensburg
14. Januar Nadine Leenen Dipl.-Soz.päd./Dipl.-Soz.arb. Bochum
7. Januar Stefanie Kosanetzky Dipl. Pädagoge Ausbildungsstellenvermittlerin Agentur für Arbeit Hamm
5. Januar Mirjana Zwetz Jugend- und Heimerzieherin Karlsruhe
18. Dezember 2015 Helmut Höfl EFLB Burghausen
15. Dezember 2015 Adelheid Schlegel Stadtjugendring Sindelfingen e.V. Sindelfingen
13. Dezember 2015 Treffender Mona Schule Baden Württemberg
20. November 2015 Sara Schmidt Lehrer, Käthe-Kollwitz-Gesamtschule Grevenbroich
19. November 2015 Sylvia Gersch Dipl. Übersetzerin Weiher

0 | 15 | 30 | 45 | 60 | 75 | 90 | 105 | 120 | ...

SPIP | Impressum | | Sitemap | Aktivitäten verfolgen RSS 2.0
Gefördert durch das
Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend